Pflanzliche Milchalternativen

Immer mehr Menschen verzichten auf Kuhmilch und greifen stattdessen zu pflanzlichen Alternativen. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich. Viele vertragen den in Milch enthaltenen Milchzucker nicht und andere meiden Milch aus ethischen oder ökologischen Gründen. Inzwischen gibt es eine riesige Auswahl an Pflanzendrinks von unterschiedlichen Herstellern, so dass man schnell den Überblick verliert. Zu den gängigsten Sorten gehören Soja- Hafer- Mandel- und Reisdrink, die es fast überall zu kaufen gibt. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche andere Sorten auf der Basis von Hülsenfrüchten, Nüssen oder Getreide. Der pflanzliche Milchersatz schmeckt nicht nur pur sehr gut, sondern eignet sich auch für Müsli, Süßspeisen, Kaffee und vieles mehr. Pflanzliche Drinks gibt es ungesüßt, gesüßt, mit Zusätzen wie Vitamin B 12 oder Calcium und teilweise mit Vanille- oder Schokogeschmack.

Warum die pflanzlichen Drinks nicht Milch heißen dürfen

Der Begriff Milch ist rechtlich geschützt und darf laut einer EU-Verordnung nur für Produkte verwendet werden, die von Tieren stammen (z.B. Kühe, Schafe oder Ziegen). Aus diesem Grund darf pflanzliche Milch auf den Verpackungen nur als Drink deklariert werden, auch wenn umgangssprachlich meist der Begriff Milch verwendet wird.

Wie Pflanzendrinks hergestellt werden

Egal ob Soja- Hafer- oder Reisdrink – der Herstellungsprozess pflanzlicher Drinks läuft in etwa gleich ab. Beispiel Haferdrink: Der Hafer wird geschrotet, in Wasser eingeweicht, püriert und gekocht. Anschließend wird die breiartige Flüssigkeit unter Zugabe von Enzymen mehrere Stunden fermentiert. Dabei entsteht bereits eine natürliche Süße, weil die im Hafer enthaltene Stärke zu Zucker abgebaut wird.

Nach der Fermentationsphase wird der Haferbrei gefiltert und die dabei entstehende Flüssigkeit ist der Haferdrink. Da der Drink zu diesem Zeitpunkt noch sehr wässrig ist, wird Pflanzenöl hinzugegeben, wodurch er emulgiert. So bekommt der Haferdrink eine cremige Konsistenz und eine milchähnliche Farbe. Manche Hersteller homogenisieren den Drink noch, damit sich die Inhaltsstoffe fein verteilen. Ein Salzzusatz rundet den Drink geschmacklich ab und je nach Produkt und Hersteller werden noch Süßungsmittel und verschiedene Zusatzstoffe hinzugefügt. Zum Schluss wird der Drink ultrahocherhitzt, um ihn haltbar zu machen.

Worauf Sie beim Kauf von Pflanzendrinks achten sollten

Da es inzwischen sehr viele verschiedene Firmen gibt, die wiederum eine ganze Reihe von unterschiedlichen Pflanzendrinks herstellen, sollten Sie vor dem Kauf von Sojadrink und Co. immer zuerst auf die Zutatenliste schauen. Je kürzer sie ist, umso besser. Bei konventionell hergestellten Pflanzendrinks sind oft Zusatzstoffe wie Stabilisatoren, Säureregulatoren, Emulgatoren und künstliche Aromen enthalten. Wenn Sie einen möglichst naturbelassenen Drink kaufen möchten, sollten Sie deshalb besser zu einem Bioprodukt greifen. Empfehlenswert sind ungesüßte Pflanzendrinks, weil Sie dadurch jede Menge Kalorien einsparen.

Aus ökologischen Gründen sollten Sie zusätzlich auf die Herkunft der verwendeten Rohstoffe achten, welche im Idealfall aus Deutschland oder Europa stammen. Einige Hersteller geben auf der Verpackung das Herkunftsland an. Sollte dies nicht der Fall sein, können Sie sich auf der entsprechenden Firmenwebsite informieren oder den Hersteller kontaktieren. Ansonsten gilt: Probieren geht über studieren. Denn letztendlich ist auch der Geschmack ein entscheidendes Kaufkriterium. Und da Geschmäcker ja bekanntlich verschieden sind, sollten Sie am besten mehrere Sorten ausprobieren. Ich persönlich bevorzuge Haferdrink, weil er mir sehr gut schmeckt und besonders umweltfreundlich ist.

Pflanzliche Drinks sind besser für die Umwelt

Im Vergleich zur Kuhmilch sind Pflanzendrinks wesentlich umweltfreundlicher, weil für deren Produktion keine Tierhaltung nötig ist. Dadurch entstehen deutlich weniger Treibhausgase. Zudem wird viel weniger Landfläche benötigt und viel weniger Wasser verbraucht. Allerdings sind nicht alle Pflanzendrinks gleich gut für die Umwelt. Besonders umweltfreundlich sind Drinks aus Hafer, Hanf und Süßlupinen, weil diese Pflanzen in Deutschland oder Europa angebaut werden können, wodurch lange Transportwege entfallen.

Drinks auf der Basis von Kokosnüssen, Macadamianüssen und Cashewkernen hingegen haben eine schlechtere Ökobilanz, weil die Pflanzen nur außerhalb von Europa wachsen. Mandel- und Reisdrink schneiden auch nicht so gut ab, weil für den Anbau von Mandeln und Reis sehr viel Wasser benötigt wird. Beim Kauf von Sojadrink sollten Sie darauf achten, dass die verwendeten Sojabohnen aus deutschem oder europäischem Anbau stammen und nicht aus Brasilien, wo Regenwälder gerodet werden. Allerdings werden ca. 90 % des dort angebauten Sojas für Tierfutter verwendet und nicht für die Herstellung von Sojadrink oder anderen Sojaprodukten. Wichtig ist es, bei Sojadrink auf die Verwendung von gentechnikfreien und biologisch angebauten Sojabohnen zu achten.

Sojadrink

Sojadrink ist wohl die bekannteste Milchalternative. Der Drink schmeckt süßlich, nussig und leicht nach Bohnen. Er eignet sich zum Trinken, Backen, Kochen und kann für Müsli, Quarkspeisen, Pudding und Brei verwendet werden. Darüber hinaus ist er zur Herstellung von Eis und Joghurt geeignet. Aufgrund seines hohen Eiweißanteils, der mit rund 40 % fast so hoch ist wie der von Kuhmilch, lässt er sich perfekt aufschäumen.

Sojadrink ist frei von Milcheiweiß, Milchzucker und Gluten. Kuhmilchallergiker sollten vorsichtig sein, denn manche von ihnen reagieren auch allergisch auf Sojaeiweiß. Eine weitere Besonderheit sind die im Sojadrink enthaltenen pflanzlichen Hormone, die sogenannten Isoflavone. Da deren Wirkung auf den menschlichen Hormonhaushalt noch immer umstritten ist, sollten Kinder und Jugendliche Sojadrink nur in Maßen konsumieren.

Haferdrink

Haferdrink schmeckt dezent nach Hafer und eignet sich zum Trinken, Backen und Kochen sowie für Müsli, Porridge und Milchreis. Auch im Tee schmeckt er sehr gut. Zum Aufschäumen für Kaffee eignen sich am besten die Barista-Sorten. Haferdrink enthält nur etwa ein Drittel so viel Eiweiß wie Milch. Dafür enthält er vergleichsweise viele Ballaststoffe, die sogenannten Beta-Glucane. Sie wirken sättigend und können den Cholesterinspiegel senken. Haferdrink ist frei von Milcheiweiß, Milchzucker und Cholesterin. Für Menschen mit Zöliakie ist er nicht geeignet, es sei denn, er ist als glutenfrei deklariert.

Reisdrink

Reisdrink schmeckt mild, leicht süßlich und hat eine eher wässrige Konsistenz. Er kann zum Trinken, Backen und Kochen sowie für Müslis und Süßspeisen verwendet werden. Nur zum Aufschäumen eignet er sich nicht, weil er zu wenig Eiweiß enthält. Reisdrink enthält relativ viele Kalorien und ist vergleichsweise nährstoffarm. Dennoch hat er den Vorteil, dass er für Allergiker gut geeignet ist. Reisdrink ist frei von Milcheiweiß, Milchzucker und Gluten.

Mandeldrink

Mandeldrink schmeckt mild, leicht süßlich und hat mitunter einen leichten Marzipangeschmack. Je nachdem wie stark die Mandeln vor der Herstellung geröstet wurden und wie hoch der Mandelanteil ist, schmecken Mandeldrinks mal mehr und mal weniger nussig. Mandeldrink eignet sich zum Kochen, Backen, Aufschäumen, für Müsli und vieles mehr. Er ist frei von Milcheiweiß, Milchzucker und Gluten.

Cashewkerndrink

Cashewkerndrink wird aus gerösteten Cashewkernen hergestellt und hat einen fein-nussigen Geschmack und eine angenehme cremige Konsistenz. Er eignet sich zum Kochen, Backen und Aufschäumen sowie für Müsli und zur Herstellung von Eis. Cashewkerndrink ist frei von Milcheiweiß, Milchzucker und Gluten.

Macadamiadrink

Die Macadamianuss wird als die „Königin der Nüsse“ bezeichnet. Sie hat von allen Nüssen den höchsten Fettgehalt, so dass der daraus hergestellte Drink besonders gut schmeckt. Er ist cremig, leicht buttrig und vollmundig im Geschmack. Aufgrund des hohen Fettgehalts kann Macadamiadrink sehr gut für Desserts und Soßen verwendet werden. Der Drink eignet sich aber auch hervorragend als Getränk oder als Milchersatz für Kaffee. Er ist frei von Milcheiweiß, Milchzucker und Gluten.

Haselnussdrink

Haselnussdrink schmeckt intensiv nach Haselnüssen. Wer den Geschmack von Nüssen mag, für den ist er genau das Richtige. Haselnussdrink eignet sich zum Kochen, Backen, für Müsli, Pudding und Porridge. Besonders lecker schmeckt er als Kakao, denn dieser bekommt durch das Nussaroma einen nougatähnlichen Geschmack. Auch zum Aufschäumen für Milchkaffee eignet sich der Haselnussdrink. Er ist frei von Milcheiweiß, Milchzucker und Gluten.

Lupinendrink

Lupinendrink schmeckt mild, leicht süßlich und hat eine cremige Konsistenz. Er eignet sich für Müsli, Kakao, zum Aufschäumen für Kaffee und vieles mehr. Lupinendrink ist bisher kaum bekannt und nur selten im Handel zu finden. Süßlupinen gehören botanisch zu den Hülsenfrüchten und enthalten mehr Eiweiß als Sojabohnen. Lupinenmilch ist somit eine Top-Eiweißquelle für Veganer. Lupinendrink ist frei von Milcheiweiß, Milchzucker und Gluten.

Kokosdrink

Kokosdrink schmeckt mild, exotisch und leicht süßlich. Er eignet sich als Getränk sowie für Süßspeisen, Müslis, Suppen, Kaffee, Skakes und Cocktails. Wird er erwärmt, kann er auch zum Aufschäumen für Kaffee verwendet werden. Kokosdrink ist frei von Milcheiweiß, Milchzucker und Gluten. Kokosdrink ist nicht zu verwechseln mit Kokosmilch oder Kokoswasser. Es handelt sich hierbei um drei verschiedene Produkte. Kokosmilch hat eine sahnige Konsistenz und wird vor allem zum Kochen von asiatischen Gerichten verwendet. Kokoswasser ist ein reines Getränk mit einer wässrigen Konsistenz.

Hanfdrink

Hanfdrink ist hierzulande noch nicht so bekannt wie andere Pflanzendrinks. Er wird aus Hanfsamen hergestellt, schmeckt leicht nussig und ist cremig in der Konsistenz. Hanfdrink eignet sich zum Trinken und zur Herstellung von Milchshakes, Desserts, Kakao und vieles mehr. Hanfdrink ist relativ fettreich, enthält dafür aber weniger Kohlenhydrate. Zudem enthält er wertvolle Omega-3-Fettsäuren, essentielle Aminosäuren sowie reichlich Mineralstoffe und Vitamine. Hanfdrink ist frei von Milcheiweiß, Milchzucker und Gluten.

Vorteile von Pflanzendrinks

  • deutlich umweltfreundlicher als Kuhmilch
  • keine Tierhaltung nötig / Tierleid wird vermieden
  • frei von Milcheiweiß und Milchzucker (Laktose)
  • für viele Allergiker geeignet
  • enthalten wertvolle ungesättigte Fettsäuren und sind cholesterinfrei
  • der Kaloriengehalt ist niedriger als bei Vollmilch
  • eine gute Milchalternative für Veganer
  • die Sortenvielfalt bringt Abwechslung in den Speiseplan
  • frei von Medikamentenrückständen (Antibiotika und Hormone)

Nachteile von Pflanzendrinks

  • der Nährstoffgehalt ist deutlich niedriger als der von Kuhmilch
  • enthalten im Gegensatz zu Milch kein Vitamin B 12, kein Jod und kein (oder kaum) Calcium
  • enthalten mal mehr und mal weniger Zusatzstoffe (je nach Hersteller und Produkt)
  • sie sind teurer als Kuhmilch (Kuhmilch wird leider zu günstig verkauft)

Zusammenfassung

Pflanzendrinks sind eine leckere Alternative für alle, die auf Kuhmilch verzichten möchten oder müssen. Sie schmecken zwar nicht wie Milch, können aber trotzdem genauso verwendet werden, z.B. für Müsli, Süßspeisen und Kaffee. Zum Aufschäumen eignen sich am besten die Barista-Sorten oder Drinks mit einem höheren Eiweißgehalt, wie z.B. Sojadrink. Pflanzendrinks sind im Vergleich zu Kuhmilch deutlich umweltfreundlicher, vor allem, wenn deren Rohstoffe in Deutschland (oder Europa) angebaut werden, wie es bei Hanf, Lupinen und Hafer der Fall ist. Beim Kauf von Sojadrink sollten Sie darauf achten, dass die Sojabohnen nicht aus Brasilien stammen. Bevor Sie einen Drink kaufen, schauen Sie sich am besten zuerst die Zutatenliste an. Für welchen Drink Sie sich letztendlich entscheiden ist Geschmackssache und hängt von Ihren individuellen Prioritäten ab.